Kahn oder Paddelboot: Was mit Hund im Spreewald zählt

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Wer mit dem Kahn fährt, sollte vorab klären, ob der Fährbetrieb an diesem Tag überhaupt stattfindet, ob Decken gestellt werden und wie lange die Fahrt dauert. Kurze Rundfahrten sind im März die bessere Wahl, weil die Kälte auf dem Wasser stärker wirkt als an Land. Wer selbst paddelt, muss damit rechnen, dass Verleihstationen geschlossen sind und dass umgestürzte Bäume die Fließe blockieren. Die schönste Erfahrung dieser Jahreszeit ist ohnehin nicht die große Route, sondern der frühe Morgen an einem stillen Fließ, bevor der erste Kahn ablegt – vorausgesetzt, man hat vorher telefoniert und weiß, dass es an diesem Tag möglich ist.

Typische Fehler wiederholen sich: zu lange Fahrt, zu enger Einstieg, Leine am Kahn, kein Wasser dabei, Fahrt in der Mittagshitze. Wer diese Punkte vermeidet, hat gute Chancen auf eine entspannte Runde. Der Spreewald belohnt Ruhe. Ein Hund, der liegen bleibt, während der Staken ins Wasser taucht, ist der beste Begleiter, den ein Kahn haben kann.

Wind im Spreewald ist kein Grund, den Ausflug abzublasen. Das Problem sind weniger die Böen als die Kombination aus offenem Wasser, flachen Ufern und wenig Deckung. Wer mit Kindern unterwegs ist, sollte deshalb nicht gegen den Wind planen, sondern mit ihm. Konkret heißt das: Strecken wählen, die im Windschatten liegen, Aktivitäten mit kurzen Wegen und die Möglichkeit, jederzeit umzukehren. Ein Blick auf die Windrichtung am Morgen reicht, um die Route festzulegen. Weht es aus West, sind Ostufer und Waldstücke ruhiger. Weht es aus Ost, dreht man die Sache um.

Was im März schon geht und was noch nicht Die Saison startet gestaffelt, nicht an einem einzigen Datum. Erste Kahnfahrten werden meist ab Mitte März angeboten, oft nur am Wochenende und nur bei eisfreien Fließen. Fahrradverleihe öffnen häufig ebenfalls erst Mitte oder Ende des Monats. Die Gurken- und Meerrettichbetriebe, die im Sommer Besucher empfangen, arbeiten im März noch in der Produktion. Wer einkehren will, sollte sich auf die wenigen ganzjährig geöffneten Gaststätten konzentrieren und deren Ruhetage kennen. Typischer Fehler: die Öffnungszeiten aus dem Sommer voraussetzen. Im März gilt fast überall eine reduzierte Zeit, teils mit kurzfristigen Änderungen wegen Hochwasser.

Für Kahnfahrten gilt: Nicht jedes Boot ist geeignet. Einsteigen bedeutet meist einen Schritt über den Bootsrand, oft auf schmalen Stegen. Wer nicht sicher gehen kann, sollte beim Anbieter vorab fragen, ob ein flacher Einstieg, eine Rampe oder ein breiteres Boot vorhanden ist. Ein typischer Fehler ist die Annahme, dass jede Kahnfahrt automatisch barrierefrei ist. Auch die Sitzbänke im Kahn haben keine Lehne und sind niedrig. Ein Kissen oder eine Sitzschale hilft. Für Rollstühle gibt es nur wenige Boote mit Auffahrrampe; diese müssen lange im Voraus reserviert werden.

Der Bärlauch schließlich prägt im April ganze Waldstücke mit seinem Lauchgeruch. Er bevorzugt frische, kalkhaltige Böden und erscheint oft in großen Teppichen. Beim Sammeln ist die Verwechslung mit Maiglöckchen oder Herbstzeitlose gefährlich: Maiglöckchenblätter sind unten röhrig, Herbstzeitlose haben keinen Lauchgeruch. Wer unsicher ist, sollte ein Blatt zwischen den Fingern zerreiben und riechen. Ein weiterer Fehler ist das Sammeln ganzer Horste: Einzelne Blätter pro Pflanze zu entnehmen schont den Bestand. Im Spreewald sind einige Flächen geschützt, dort ist das Pflücken verboten.

Anfang März liegt der Spreewald noch im Winterschlaf. Die Kahnfährleute haben ihre Boote in den Hallen, viele Gasthäuser öffnen erst Ende des Monats, und auf den Fließen treibt stellenweise noch Treibeis. Wer jetzt anreist, bekommt einen stillen, fast privaten Spreewald – muss aber mit Einschränkungen leben. Die wichtigste Regel für diese Jahreszeit: nicht auf gut Glück losfahren, sondern vorher anrufen und fragen, was tatsächlich geöffnet ist. Wer ohne Absprache anreist, steht oft vor verschlossenen Türen und sucht vergeblich nach einem Kahn.

Schleusen sind im Spreewald Alltag, nicht Ausnahme. An jeder Schleuse gilt: rechtzeitig abbremsen, Leine bereithalten und den Schleusenwärter oder die Bedienung abwarten. Fahre nie einfach hinein, wenn das Tor noch geschlossen ist. Im Becken hältst du das Boot mit einer Hand an der Wand oder an der Leine, das Paddel legst du quer ins Boot. Steige nicht während des Schleusens aus. Nach dem Öffnen verlässt das Boot zuerst die Schleuse, das zuletzt eingefahren ist – so vermeidest du Gedränge. Wer unsicher ist, fragt vorher kurz nach der Reihenfolge.

Hochwasser ist das zentrale Risiko dieser Wochen. Die Schneeschmelze und ergiebiger Regen lassen die Fließgeschwindigkeit steigen, Wege werden überflutet und gesperrt. Vor jeder Tour gehört deshalb ein Blick auf die aktuellen Pegelstände und Sperrungen. Wer eine gesperrte Strecke trotzdem begeht, riskiert nicht nur eine Geldbuße, sondern unterschätzt die Strömung an den Durchlässen. Besonders auf den schmalen Dammwegen zwischen den Feldern ist Vorsicht angebracht: Der Boden ist aufgeweicht, die Wege sind eng, und Begegnungsverkehr mit Fahrzeugen ist dort unangenehm.